Geschichte

Die 1847 erbaute historische Turmwindmühle im Isselburger Ortsteil Vehlingen am Windmühlenweg ist eine sogenannte "Erdholländermühle", die auf einem erhöhten Erdhügel steht.  Wer von Millingen kommend die Autobahnbrücke Richtung Vehlingen passiert hat, sieht die Mühle schon von weitem.

 Im zweiten Weltkrieg wurde die Mühle als Funkturm benutzt und von den Alliierten beschossen. Ein Teil des Außenmauerwerks wurde zerstört. Die Mühlenkappe und die Flügel fingen Feuer und verbrannten. 1950 wurde die Mühle mit einem halbkreisförmigen Anbau versehen, der als Futtermittellager diente.

Im Jahre 1988 wurde das Notkegeldach durch eine Original Mühlenhaube ersetzt. Mehr als 6.000 Eichenholzschindeln, die unter Kesseldruck imprägniert wurden und 34 Zentimeter lang, 10 Zentimeter breit sowie 10 Millimeter dick sind, bedecken das Haubendach.

Fast eine Ruine war die 144 Jahre alte Mühle, als Berthold Helmes sie 1991 von der Müllerfamilie Terhorst im Wege des Erbbaurechts erwarb. Nichts war mehr vorhanden. Bevor er jedoch in die Mühle einziehen konnte, musste drei Jahre ganz schön geschuftet werden. Der schadhafte Putz wurde abgehauen, Steine ersetzt, das ganze neu verfugt, die Deckenbalken abgeschliffen und zum Teil ersetzt, Elektro- und Wasseranschlüsse neu verlegt, die Geschoßinnentreppe restauriert und, und, und .... Über eine halbe Million Mark, 4000 Stunden Eigenleistung und viel Herzblut hat Berthold Helmes in die Mühle investiert und sie liebevoll bis ins kleinste Detail wieder hergerichtet.

Am 07.02.02 war dann nach langer Vorbereitung "der" Tag, von dem er seit acht Jahren geträumt hatte. Der holländische Mühlenbaubetrieb Groot Wesseldijk aus Lochem rückte mit Tieflader und Kran an und setzte in luftiger Höhe der Mühle das i-Tüpfelchen auf. Die Mühle bekam nach fast 60 Jahren ihre langerwarteten Flügel.  Zwei Flügelpaare, aus Metall und witterungsbeständigem Bankiari-Holz  fügen sich nun, in dunkelgrün und weiß gestrichen, harmonisch ein und prägen die Vorderseite der Mühle maßgeblich. Die Flügel haben einen Durchmesser von 22 Metern und wiegen zusammen 1.500 Kilogramm. Die 100 Jahre Flügelwelle aus Gusseisen ist 5,20 Meter lang und wiegt 5000 Kilogramm. In der Mitte prangt der Wellenkopf; traditionell in rot und weiß gestrichen. Drehen können sich die Flügel,  obwohl drehbar gelagert, zur Zeit noch nicht. Hierfür muss zunächst eine Bremse konstruiert und montiert werden, was in Zukunft geschehen soll.

Wenn man jetzt aus Richtung Millingen nach Vehlingen kommt, sieht man das Wahrzeichen Vehlingens stolz als echte "Windmühle" mit ihren in der Sonne glänzenden Flügeln.

Sigrid Wollmerstedt 01.03.2002